IFA Kombinat IG
entdecken sie Wartburg und Co und einen Kerzenstecker voll Verkehrspoesie!

Poesie 2012

 

Dezember
Sportsitze
 
Fertig für den Halma-Court!
Die Leute machen manchmal Witze,
nur weil ich bei meinem Sport
sitze.



November
Rückleuchte

Dunkel sieht es draußen aus,
ich schätze, dass ich’s heller bräuchte.
Ich hole meine Lampe raus,
auf dass sie mir den Weg nach Haus
zurückleuchte.

 

 

Oktober
Drahtesel


Sinnierend darüber, was es bedeute
dem Fahrrad ein Tier an den Rahmen zu hängen,
fuhr ich im Auto, gerade erst heute
des Nächtens stadtauswärts und kam ins Bedrängen,

Ein Radler wähnte die Straße als seine
und fuhr ohne Gnade und auch ohne Licht...
Jetzt weiß ich, was der Volksmund wohl meine,
wenn er von einem Drahtesel spricht.


September
Zukunft

Später, wenn die Zukunftsdenker
sehen, dass sie richtig lagen,
sitzen hinterm Fahrzeuglenker
die, die dicke Brillen tragen.

Die Sinne sind dann am versanden,
die Sensorik macht den Rest,
ein Lenkrad ist zwar noch vorhanden,
man hält sich lediglich dran fest.

Wenn dann alle Autos schlau sind
und alleine fahren können
und beim Parken ganz genau sind
und den Stau schon vorher kennen,

wird der Fahrzeugführer Gast
und merkt nichts von Verkehrsproblemen.
Es klingt verlockend, aber was
wird aus den Taxiunternehmen?


August

Der Galoppant

Es gab mal einen, seiner Zeit,
der sich ein Sportcoupé erfand.

Die Planung war schon richtig weit,
der Name stand, ein Galoppant.
Wieselflink und voll Elan,
wie ein Pferd im vollen Lauf,
ließ sich der Achtzylinder fahren,
den jeder will und keiner braucht.
 
Darum strich man wie im Fieber
jede Form von Luxus weg,
2 Zylinder blieben über,
kürzer, kleiner, abgespeckt.
Blech zu Pappe, grell zu blass,
man strich fast alles kurzerhand.
Der Name war wohl auch zu krass:
Statt Galopp- hieß er nun Trabant.



Juli
Auf der Lauer

Ein Streifenwagen lauert wahrlich
unentdeckt vor dem Lokal,
man wartet stundenlang beharrlich,
ist ja nicht das erste Mal.

Endlich taumelt einer lallend
Richtung Parkplatz durch die Nacht,
bis er mehrfach beinah fallend
auf den Fahrersessel kracht.

Die Beamten observieren,
sicher wird noch mehr passieren,
scheinen sich zu amüsieren,
heute wird es sich rentieren.

Andere Lokalbesucher
treten nun den Heimweg an,
der Trunkenbold kommt schwerlich weiter,
klar, dass der schon nichts mehr kann.


Inzwischen läuft das Autoradio,
Scheibenwischer rubbeln Glas,
endlich startet er den Motor, gibt
beschwingt im Rhythmus Gas.


Zugriff! Sofort aus dem Wagen,
nicht, dass hier noch was passiert!
Der Alkotest soll uns nun sagen,
wie viel Alkohol agiert.

Seltsam, scheinbar keinen Tropfen,
hat der Trunkenbold im Blut,
die Beamten fragen offen,
warum er denn so was tut.

Lächelnd sprach mit klarer Stimme
der Trunkenbold die beiden an,
weil man Lockvogel am Besten
komplett nüchtern spielen kann.


Juni
Zwiegespräch bei einer Polizeikontrolle

„Ich suche nach Fahrern mit Restalkohol“.
Der Sonntag ist jung, erst Sieben am Morgen.
„Von geizigen Bullen wusste ich wohl,
könnt ihr euch nicht was an der Tanke besorgen?"



Mai

Prioritäten
 
Ein Polizist verweist auf ein Rücklicht am Wagen,
es ist wohl defekt. "So geht das nicht länger!"
Dem Fahrer platzt wütend und fluchend der Kragen.
„Bleiben sie ruhig, ich will es nur sagen.“
„Scheiß auf das Licht, wo ist mein Hänger?“

 


April

Verkehrskontrolle
 
„Ihr Rücklicht ist leider außer Funktion,
ich muss 20 Euro kassieren.“
„Siehst du!“, sagte der Vater zum Sohn,
„Die Werkstatt wollte als Arbeitslohn
das Dreifache fürs Reparieren.“


März 2012
Rotlichtverstoß
 
Die Kombination aus Auto und Eile
machte ihn mutig, er fuhr recht brisant.
Vorteil: Er hatte kaum Langeweile.
Nachteil: Er wurde leider erkannt.
 
Die Ampel war rot, er fuhr auf die Schnelle
und drückte den Zeitdruck in das Pedal.
Es blitzt und von rechts bekam er die Kelle,
die Polizistin verdeutlicht verbal:
 
„Der Rotlichtverstoß hat mir missfallen!“
„Na gut“, sagte er, „wie teuer soll‘s sein?“.
„Glatt 30 Euro alles in allem!“
„Okay, meine Liebe, steigen sie ein.“


Februar
Das Rennen

Schweißnasse Finger ans Lenkrad gebunden,
der Drehzahlmesser vernichtet Benzin,
gaspedalspielend den Nullpunkt gefunden,
um ihm in Sekunden schnell zu entfliehen.

Die Menge lechzt showgeil nach Sensationellem.
Des Anderen Auspuff schreit unsagbar laut.
Die Schöne am Start schleudert erst ein paar Wellen,
dann wirft sie die Bluse direkt in den Staub.

Adrenalin schießt in die Vergaser.
Reifen schleifen den Asphalt fast wund
und zwei gehörnte Autobahnraser
brettern berauscht über steinernen Grund.

Es kracht in der Kurve, das passiert selbst den Guten.
Die Menge schaut sich am Chaos erlabend,
die Hauswand zerborsten, die Fahrer verbluten,
alles in allem, ein gelungener Abend.


Januar

Die Offerte

Auf einem Rastplatz hält ein Wagen,
Oberklasse, dunkelrot.
Der Tramper, mit den harten Waden
hofft auf Rettung in der Not.

 

Auf jenem Rastplatz steht der Schlitten,
die Dame, die im Wagen sitzt,
scheint den Tramper nun zu bitten
einzusteigen, dieser flitzt.
 
Auf dem Parkplatz an der Fahne
steht ihr Bentley wie bestellt.
Sich entkleidend sagt die Dame:
“Tramper, nimm dir, was gefällt!“
 
Splitternackt hört man sie sagen:
“Das ist mein süßes Angebot!“
Von einem Rastplatz fährt ein Wagen,
Oberklasse, dunkelrot.